Ready for take off

Am 15. August hat sich eine Delegation aus dem Ortsverband Altenholz-Kronshagen und der Kieler Ratsfraktion der Freien Demokraten den Flughafen Kiel angesehen.

Als direkte Nachbarn haben wir grundsätzlich ein großes Interesse an Infrastruktur und an wirtschaftlichen Aktivitäten vor Ort, von denen die Bürgerinnen und Bürger abhängen oder indirekt profitieren. Im Fall des Flughafens Kiel Holtenau wollten wir uns einen eigenen Eindruck verschaffen, wie und von wem der Flughafen heute genutzt wird und was die Perspektive des ehemaligen Marinefliegerhorsts ist. Update: Die Kieler Nachrichten haben ebenfalls ein schönes Stück dazu online aufbereitet.

Anlass des Besuchs war unter anderem der von den Kieler Ratsherren Ralf Meinke (FDP) und Stefan Kruber (CDU) gemeinsam eingebrachte Ratsbeschluss zur Erstellung einer flughafenaffinen Vermarktungsstrategie (Drs. 0325/2017) für den künftigen Airpark am Flughafen Kiel-Holtenau (Drs. 0924/2016). Teile des nun zu erarbeitenden Akquiseplans stellten Herr Jahnke und Herr Schumann uns vor. Darin auch Pläne, die eine dritte Feuerwache für die Kieler Berufsfeuerwehr vorsehen. Sie war zuletzt Gegenstand der Diskussion, weil die nördlichen Stadteile Kiels nur dann binnen vorgesehener Hilfsfrist von acht Minuten zu erreichen sind, wenn die Berufsfeuerwehr gerade keinen anderen Einsatz hat. Von einer dritten Feuerwache an der Gemeindegrenze würden auch die Altenholzerinnen und Altenholzer profitieren.

Marcus Schumann, für Vertrieb am Flughafen zuständig, und Ulf Jahnke, Pressesprecher der städtischen Seehafen Kiel GmbH, nahmen sich zwei Stunden Zeit, uns die Pläne des Airparks zu erläutern sowie die unternehmerischen Aktivitäten vorzustellen, die es bereits heute in Holtenau gibt.

Beeindruckend war zu hören, wie die Synergien mit dem Seehafen Kiel dazu geführt haben, dass das Defizit des Flughafens von 1,2 Mio. Euro in 2011 auf 400 Mio. Euro in 2017 gesenkt werden konnte. Für 2025 wird die schwarze Null angepeilt. Erlösbringer soll vor allem das flughafenaffine Zusatzgeschäft sein. Schon heute machen die Landeentgelte bereits weniger als ein Fünftel der Umsätze aus.

Jürgen Artis, Stationsleiter der am Flughafen ansässigen E.I.S. Aircraft, stellte uns die Pilatus PC-9 und ihre Einsatzbereiche vor, mit denen das Unternehmen vor allem Ziele für die Bundeswehr in Trainingsflügen bei Putlos simuliert. Der Flughafen Kiel ist vor allem deshalb als Standort interessant, weil dort auch IFR-Flüge möglich sind, also auch bei widrigen Bedingungen gestartet und gelandet werden kann. Das ist wichtig, um die Einsatzfenster, die die Bundeswehr als Kunde vorgibt, auch einhalten zu können, so Stationsleiter Artis. Die Piloten sind allesamt militärisch geschulte Jet-Piloten, die nun zivil beschäftigt sind. E.I.S. Aircraft hat in Kiel neben mehr als einem Dutzend Beschäftigten auch Auszubildende.

Neben Flügen zur Zählung von Robben, Transportflügen für den Organtransport oder den klassischen Geschäftsflügen, fliegen auch einige Privatpersonen regelmäßig von EDHK, so die offizielle Kennung des Flughafens. Viele von ihnen haben ihre Maschinen im Hangar der FLM Flugwerft. Jana Hirsch, Betriebsleiterin, stellte uns einige Flugzeuge vor und berichtete, dass Hobby-Fliegerei gar kein so kostspieliges Unterfangen sei wie landläufig angenommen. Es sei vergleichbar mit dem Unterhalt eines Bootes – vielen in der Region eher ein Begriff.

Einige der Eigentümer – von denen sich manche auch zu Eigner-Gemeinschaften zusammenschließen, um sich die fixen Kosten teilen zu können – schätzen bei der Unterbringung in Kiel, dass es sich zwar mittlerweile nur noch um einen Verkehrslandeplatz handelt, es aber noch immer einen Bauschutzbereich mit Zaun gibt, der das Gelände sichert.

Zuletzt gibt es Pläne der Grünen und einiger weiterer Parteien und Verbände, ein Bürgerbegehren anzustoßen, das dem Betrieb des Flughafens ein Ende setzen soll (mehr zu dieser Diskussion im Blog von Steffen Voss). Bei unserem Besuch wurde deutlich, dass viele Arbeitsplätze direkt oder indirekt von den vielfältigen privaten und gewerblichen Nutzungen abhängen, die es heute schon am Flughafen gibt. Ein Schließen des Flughafens wäre deshalb mehr als nur ein Armutszeugnis für die Landeshauptstadt Kiel, es wäre auch unnötigerweise das jähe Aus für Gewerbeflächen mit attraktiven Nutzungsmöglichkeiten.

Drüben bei Facebook gibt es weitere Bilder von unserem Ortstermin.

Und auch der Flughafen Kiel hat einen Kurzbericht online gestellt mit einigen Bildern.

 

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